Die Küche
Heutzutage sind die Küchen entweder ziemlich klein und funktionell oder aber integrativer Bestandteil eines riesigen Wohnzimmers. In jedem Falle sind sie vollgestopft mit elekronischen Geräten und strahlen trotz Zentral- oder gar Fußbodenheizung mehr Wellen als gemütliche Wärme aus.
Das war nicht immer so! Wir denken mit Wehmut an die Zeit zurück, als die Küche noch der zentrale Teil einer jeden Wohnung und eines jeden Hauses war, - ja sie war das eigentliche Herz eines jeden Heims!
Hier pulsierte rund um die Eckbank das Leben, hier saß die Familie abends zusammen und hierher kamen die Freunde, denn das Wohnzimmer war (bis zur Einführung des Fernsehens) alleine für den Sonntag und andere besondere Anlässe reserviert. Über dem Wohnzimmer lag irgendwie immer etwas Festliches, um nicht zu sagen etwas Heiliges.
Lachen und weinen, sich lieb haben und sich steiten, Probleme wälzen und lösen, Vorschläge machen und Kritik über sich ergehen lassen müssen -also die wirklich wichtigen Dinge im Leben-, das alles fand ausschließlich in der Küche statt. In diesem Sinne hatte die Küche von damals vor allem eine soziale Funktion und war nur zu einem geringen Teil auf das Zubereiten von Speisen beschränkt. Wenn es im Wohnzimmer dann doch einmal ausnahmsweise zu einem Streit kam, sagte einer der Unbeteiligten sofort: "Geht doch bitte in die Küche!" Das war keine Bestrafung, sondern ein Hinweis darauf, dass die Küche der dafür zuständige Raum war!
So war die Küche auch der einzige Raum, der im Winter jeden Tag beheizt wurde, anfangs durch eiuen gusseisernen Ofen, welcher nahezu alles Brennbare wie z.B. alte Zeitungen oder auch ganze Weihnachtsbäume schluckte, Später wurde er durch den damals hochmodernen Gasherd abgelöst, welcher aber nur schlecht roch und den Anfang vom Ende der guten alten Zeit einläutete.
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Mit der Einführung des Fernsehens verlor die Küche ihre Bedeutung als Zentrum der häuslichen Kommunikation. Denn mit dem Fernsehen kam die aufdringliche Werbung und mit dieser Form von Werbung wurden tagtäglich immer neue Bedürfnisse geweckt. Vorbei war die schöne Zeit, in welcher die Menschen sich ausschließlich sich selber zuwandten und vorbei war die Zeit, als man noch mit dem zufrieden war, was man hatte. Und vorbei war die schöne Zeit, in welcher die Menschen noch Zeit hatten!
Ob wir ein wenig davon in unsere Herzen zurückholen, liegt alleine an jedem Einzelnen von uns!