DasKölsch
Kölsch, - das ist ein Getränk, Kölsch ist eine Sprache und Kölsch ist die Lebensart, welche uns Kölner von allen anderen Menschen auf diesem Planeten unterscheidet.
Fangen wir bei dem Getränk an: Kölsch ist ein obergäriges Bier, welches bei uns in Colonia seit jeher in schmalen Gläsern, den sog. Kölner Stangen, ausgeschenkt wird:
5 Kölsch
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= 1 Liter
Bis vor wenigen Jahren konnte man am Kölner Rudolphplatz im Stadtzentrum an einer Hauswand diese Leuchtreklame für das überaus beliebte Reissdorf-Kölsch sehen:
Er trinktKölsch,
sie trinkt Kölsch!
Doch diese Leuchtreklame gibt es leider nicht mehr. Aber immer noch gibt es viele Kölschsorten, - die eine leckerer als die andere:
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Wenn wir Kölner in einem der ungezählten Brauhäuser Kölsch trinken, dann sprechen wir auch Kölsch. Und wenn wir Kölsch sprechen, dann kommt auch unsere unsere Lebensart zum Ausdruck:
Ein Gast, nennen wir ihn Anton, sitzt in der Kneipe an der Theke und trinkt sein drittes Kölsch. Ein Fremder aus Hamburg kommt hinzu und setzt sich auf den Hocker neben ihn, - bestellt aber nichts,
Der Kölner spricht ihn sofort an: "Drink doch ene met, du Jeck!" (Trink doch einen mit!) und ruft zum Köbes: "Köbes, dunn uns ens zwei Kölsch!" - Köbes, - das ist der Kellner. Köbes bedeutet eigentlich Jakob, aber bei uns in Colonia heißen alle Kellner grundsätzlich "Köbes"!
Der Köbes bringt die zwei Bier. Der Fremde ist überrascht. Um so mehr, als sich unser Anton sofort vorstellt: "Du kanns Tünn zo mir sage, - und wä bis do?" (Du kannst Tünnes zu mir sagen und wer bist du?) Der Hamburger ist völlig verunsichert, stellt sich aber dann doch mit Josef Piepenbrink vor. Und dann erzählt ihm unser Anton zunächst einmal seine ganze Lebensgeschichte. Und danach schwenkt er unvermittelt ins vertraute Du über:
"Hür ens, Jupp, watt mähst do dann esu beroflich un watt verdeenst dann esu?" (Hör mal, Josef. Was machst du denn so beruflich und wieviel verdienst du denn so?) Spätestens nach einer Stunde und vier weiteren Kölsch wird der Kölner sentimental und erzählt von seinen Krankheiten und seinem Ärger im Beruf. Und wenn der Fremde solange durchhält, dann liegen sich beide am Schluss in den Armen, während unser Anton die kölschen Grundgesetze aufzählt: "Jo Jupp, et kütt wie et kütt" (Es kommt wie es kommt), "ävver et hätt irjendswie noch immer jot jejange" (Aber es ist irgendwie noch immer gutgegangen).
Wenn alles gut geht, erkennt unser Anton den Josef am nächsten Tag noch wieder. Unbestritten bleibt, dass es nirgendwo auf der Welt so leicht ist, als Fremder aufgenommen zu werden wie in Colonia!