Der Keller
Der Keller in den Mietshäusern war damals wie noch heute meist durch dünne Holzlatten in kleine Parzellen eingeteilt, deren Türen von den einzelnen Familien durch Vorhängeschlösser gesichert wurden, oft auch durch Fahrradketten oder gleich beide zusammen.
Im Winter ging man täglich in den Keller, denn dort waren die Kohlen und Briketts eingelagert. Die Eierkohlen, die ihren Namen von ihrer Größe und Form her haben, wurden nach der Anlieferung durch den Kohlenhändler aus Säcken in eine große Holzkiste gekippt, welche auch unten zum Abfüllen in die Kohlenkanne eine Öffnung hatte.
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Die Briketts hingegen wurden im Keller fein säuberlich meterhoch und in mehreren Reihen hintereinander an einer Wand gestapelt, aber natürlich nicht vom Händler, sondern von einem Mitglied der Familie, welches anschließend schwarz wie ein Schornsteinfeger in der Wohnung auftauchte. Aber mit der damals üblichen rauhen und nicht besonders gut riechenden Kernseife ließ sich selbst der hartnäckigste Schmutz entfernen, übrigens auch aus Wäschestücken!
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Hier ein Stück Kernseife aus der Kaiserzeit
Ähnlich wie die Kohlenkiste sah auch die Kartoffelkiste im Keller aus. Die Kartoffeln alle paar Tage auf dem Markt oder gar im Gemüsegeschäft zu kaufen, war für die allermeisten Menschen einfach zu teuer.

Besondes im Winter war Obst teurer Luxus, selbst Äpfel, Birnen und Pflaumen. Also stampfte man im Herbst dieses Obst zu Mus, kochte diesen in einem riesigen Topf und füllte diesen Nachtisch für den Winter in Einmachgläser ein.
Diese "Kompott-Gläser" wurden dann ebenfalls im Keller gelagert, zumal es Kühlschränke und Gefriertruhen im Colonia der Zeit nach dem Krieg ja noch nicht gab.
In einem anderen Teil des Kellers wurde die Wäsche gewaschen, entweder auf einem einfachen Waschbrett oder aber auf der damals hochmodernen "Waschmaschine" von Miele.
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Aus heutiger Sicht ist es sicher nicht einfach, dieser Schufterei auch noch etwas Schönes abzugewinnen, aber Nostalgie heißt ja nicht unbedingt auch schön!